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www.praenataldiagnostik-trier.de  >  Spektrum  >  Nicht invasive Diagnostik  >  Untersuchung des kindlichen Herzens

Fetale Echokardiographie

Die genaue Untersuchung des kindlichen Herzens ist Bestandteil der differenzierten Organdiagnostik in der 20.-23. Schwangerschaftswoche, da das Herz häufiger als alle anderen Organe von Fehlbildungen betroffen sein kann. Ungefähr 8-10 von 1000 Kindern werden mit einem Herzfehler geboren, davon die Hälfte mit einem operationsbedürftigen Fehler.

Indikationen für die Herzuntersuchung

  • Herzfehler in der Familie
  • Herzfehler in vorangegangener Schwangerschaft
  • mütterliche Erkrankung (z.B. Diabetes, Kollagenosen)
  • Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft
  • Röntgenuntersuchungen
  • Infektionen (z.B. Röteln)
  • Erhobener Verdacht im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge
  • andere Fehlbildungen (Begleitfehler)

Aber auch vor der 20. oder nach der 23. Schwangerschaftswoche kann eine Untersuchung sinnvoll sein, zum Beispiel bei:

  • auffälligen Befunden beim Frühscreening (insb. erweiterte Nackentransparenz)
  • auffällige Befunde im Rahmen der invasiven Diagnostik
  • Herzrhythmusstörungen
  • manche Fehler entstehen erst durch Störung der Strömungsverhältnisse und sind ggf. erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar.

Auch die Untersuchung des fetalen Herzens ist stark von einer optimalen Geräteeinstellung und -qualität, sowie von der Erfahrung des Untersuchers abhängig. Einen starken Einfluss übt auch die Lage des Kindes auf die Sichtverhältnisse aus. In Bauchlage z.B. ist die Beurteilung durch die Knochen der Wirbelsäule und der Rippen häufig stark eingeschränkt bzw. kaum möglich. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen können kleine Fehler (beispielsweise kleine Löcher in der Herzscheidewand) manchmal nicht erkannt werden.

Andererseits kann ein speziell ausgebildeter Untersucher ca. 80-95% der Herzfehler erkennen.

Ablauf der fetalen Echokardiographie

Zunächst wird das Herz optimal und übersichtlich in der Referenzebene eingestellt. Hier erfolgt im normalen Ultraschallbild

  • die Kontrolle und Differenzierung
  • der Lage und Größe des Herzens
  • der normalen Größe und Form der Herzkammern und Vorhöfe
  • die Darstellung der Herzklappen
  • die Kontrolle der korrekten Lage und Einmündung der großen Herzgefäße
  • die Beurteilung der Herzfrequenz und der Rhythmik
  • Zusätzlich wird das Herz dann mit Hilfe der Farb- Dopplersonographie untersucht. Erkennbar werden nun
  • die Blutflüsse im Herzen und in den großen Gefäßen
  • die Funktion der Herzklappen

In der überwiegenden Anzahl der Fälle kann so eine kindliche Herzerkrankung weitgehend ausgeschlossen werden. Bei einigen Kindern wird dagegen bereits vorgeburtlich ein Herzfehler oder eine Herzerkrankung erkannt. Eine exakte Diagnose erlaubt eine frühzeitige Beratung zusammen mit Spezialisten (Kinderarzt, Kinderkardiologe, Kinderchirurg), so dass eine optimale Betreuung des Kindes vor, während und nach der Geburt gewährleistet ist. Häufig ist dann  die Entbindung in einem Perinatalzentrum (z.B. Universitätskliniken) sinnvoll